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Themenfeld 1: Bausteine für die Extremismusprävention

Themenfeld 1: Bausteine für die Extremismusprävention

Themenfeld 1: Bausteine für die Extremismusprävention

Präventiv wirken: Radikalisierungstendenzen frühzeitig erkennen

Terroristische Angriffe wie in Hanau, Halle, Berlin oder Solingen, sind die höchste Eskalationsstufe einer Radikalisierung. Im Vorfeld haben sich die Personen von ihrem sozialen Umfeld distanziert, ein neues soziales Umfeld gesucht oder sich sozial isoliert. Radikalisierungstendenzen lassen sich selten an äußerlichen Merkmalen fest machen, sondern äußern sich in Zwischentönen und der Haltung des Individuums zur Gesellschaft. Am Ende bleibt die Frage, ob diese Radikalisierungstendenzen hätten frühzeitig erkannt werden können.

Um Radikalisierungsprozesse zu erkennen und unterbrechen zu können ist es wichtig auf der Grundlage der Auswertungen von biographischen Vorgeschichten von Extremisten, die durch grausame Anschläge in der Öffentlichkeit bekannt wurden, Radikalisierungsfaktoren herauszuarbeiten. Dadurch wird ein möglichst frühzeitiger und umfassender Blick auf einen beginnenden Radikalisierungsprozess eröffnet. Dies kann die Chance bieten, diesem gemeinsam mit internen Experten der Justiz NRW als auch externen Beratungsstellen entgegenzuwirken.

Die Teilnehmenden lernen dazu ein Modell zur Analyse von phänomenübergreifenden Radikalisierungsfaktoren kennen, um möglichst frühzeitig professionell und kompetent in uneindeutigen Situationen zu reagieren und um Radikalisierung präventiv entgegen zu wirken.

Inhalt

·  Was bedeutet phänomenübergreifende Radikalisierung und was ist Extremismus?

·  Was können Anzeichen extremistischer Einstellungen sein?

·  Modelle aus der Radikalisierungsforschung

·  Anwendung eines Modells auf Beispielbiografien

·  Handlungsoptionen für die Berufspraxis

Rechtspopulismus – Methoden und Strategien

Rechtpopulismus wirkt bis weit in die Mitte der Gesellschaft hinein. Vom Stammtisch bis ins TikTok-Universum, von der Seniorengruppe bis zu Gaming-Kids. Rechtspopulisten setzen bewusst Kommunikationsmethoden und -strategien ein, um Themenfelder zu besetzen, die anderen Parteien vor sich herzutreiben und eine rechte, kulturelle Hegemonie durchzusetzen. Diese Strategie verschiebt die Grenze des Denk- und Sagbaren und kann sich in rechtsextremistischem Denken und Handeln niederschlagen.

Um Resilienz gegen Rechtspopulismus zu stärken müssen typisch rechtspopulistische Themenfelder identifiziert und Methoden und Strategien der Akteure analysiert werden. Außerdem soll im Rahmen dieser Fortbildung diskutiert werden, wie den rechtspopulistischen Methoden und Strategien der Akteure begegnet werden kann.

In der Fortbildung erweitern die Teilnehmenden ihr Wissen über Methoden und Strategien, die von rechtspopulistischen Akteuren genutzt werden. Sie werden im Berufsalltag für rechtspopulistische Argumentationsmuster sensibilisiert. Die Teilnehmenden diskutieren zudem Handlungsoptionen für den Berufsalltag.

Inhalt

·  Rechtspopulistische Themenfelder

·   Rechtspopulismus als Brückenfunktion zum Rechtsextremismus

·   Beispiele für die Übernahme rechtspopulistischer Muster durch „Parteien der Mitte“

·   (Rechts)-populistische Kommunikationsstrategien

·   Rechtspopulistische Strategien auf der Metaebene

·   Mit (Rechts)-populisten reden – Macht das Sinn? Und wenn ja, wie mach ich das?

Islamistischer Populismus – Methoden und Strategien

Sie bieten Orientierung und einfache Lösungen für lebenspraktische Fragen. Gleichzeitig zeigen sie mit dem Finger auf politische Missstände. Durch diese Strategie sollen vor allem junge Menschen auf Demonstrationen, Veranstaltungen oder in den Sozialen Netzwerken in Kontakt mit islamistischen Ideen kommen. Dieses ist kein Selbstzweck, sondern soll die radikalen Ideologien für die Zielgruppe anschlussfähig machen und Personen hin zu extremistischen Bewegungen führen.

Um diesen Herausforderungen zu begegnen und ein besseres Verständnis zu schaffen, ist es wichtig, die Mechanismen und Strategien des islamistischen Populismus zu beleuchten und kritisches Denkvermögen zu stärken. Hierfür müssen typische Themenfelder identifiziert werden und Methoden und Strategien der Akteure analysiert werden. Außerdem soll im Rahmen dieser Fortbildung diskutiert werden, wie den populistischen Methoden und Strategien der islamistischen Akteure begegnet werden kann. Besonderes Augenmerk wird auf die Analyse der populistischen Rhetorik und Ideologie gelegt, um ihren Einfluss auf persönliche Denkweisen und politische Einstellung zu erfassen.

In der Fortbildung erweitern die Teilnehmenden ihr Wissen über Methoden und Strategien, die von islamistischen Akteuren genutzt werden. Die Teilnehmenden sind in der Lage, die Funktionsweisen und Strategien von islamistischen Populisten und zu erkennen, kritisch zu hinterfragen und ihre Ziele zu erkennen. Die Teilnehmenden diskutieren zudem Handlungsoptionen für den Berufsalltag.

Inhalt

·   populistische Themenfelder im Bereich religiös begründeter Extremismus

·   Populismus als Brückenfunktion zum religiös begründeten Extremismus

·   populistische Kommunikationsstrategien

·   populistische Strategien von Islamisten auf der Metaebene

·   Mit (islamistischen) Populisten reden – Macht das Sinn? Und wenn ja, wie mach ich das?

Verschwörungsmythen, Desinformationen und Fake News im aktuellen Kontext

Ob in Wahlkämpfen, globalen Krisen bis hin in die lokale Politik sind Verschwörungsmythen, Desinformationen und Fake News allgegenwärtig und werden unmittelbar über soziale Netzwerke verbreitet und sind oft nicht von seriöser Berichterstattung zu unterscheiden. Sie hetzen Menschen auf und scheinen Diskussionen in der Gesellschaft unmöglich zu machen. Besonders auffällig ist, dass im Zentrum dieser Kampagnen antisemitische Verschwörungserzählungen einen beständigen Kern bilden.

Um dieser Herausforderung für unsere Gesellschaft zu begegnen braucht es die Auseinandersetzung mit aktuellen Verschwörungserzählungen, sowie ihre Feindbilder, Stereotypen und Ideologien und deren Funktionen. Außerdem braucht es das Wissen darüber wie Desinformationskampagnen sich verbreiten und welche manipulativen Taktiken sie einsetzen.

In der Fortbildung erweitern die Teilnehmerinnen und Teilnehmer ihr Wissen über Medienstrategien zur Verbreitung von Verschwörungsmythen, Desinformationen und Fake News. Sie können diese sicherer identifizieren und werden in ihrer Medienkompetenz gestärkt. Außerdem diskutieren die Teilnehmenden Handlungsansätze im Umgang mit den Themen der Fortbildung in der beruflichen Praxis.

Inhalt

·   Grundbegriffe: Desinformation, Fake News

·   Aktuelle Verschwörungstheorien und ihre Verbreitung

·   Antisemitische Verschwörungsmythen

·   Medienkompetenz an praktischen Beispielen

Unerwartete Allianzen – Verbindungspunkte zwischen Rechtsextremismus und Islamismus

Bei aktuellen Demonstrationen mit Bezug zu dem Konflikt im Nahen Osten, dem Krieg in der Ukraine oder gegen die Regierung zeigen sich Personen Schulter an Schulter, deren Ideologie auf dem ersten Blick als unvereinbar galten: Rechtsextreme und Islamisten. Diese Kooperation setzt sich in den sozialen Netzwerken fort und wird von Personen unterstützt, die der Deutschrap-Szene nahestehen und ein überbetontes Männlichkeitsbild nach außen tragen. Der gemeinsame Feind ist eine sich verändernde, vielfältige Gesellschaft die, nach ihrer Meinung, verweichlicht. Möglich gemacht wird diese Allianz durch einen Strategiewechsel innerhalb der Neuen Rechten, die diese vermeintliche Offenheit auch gezielt zur Rekrutierung einsetzen.

Als Beitrag zur Präventionsarbeit ist es wichtig diese unerwarteten Allianzen nicht als persönliche Sympathien einzuordnen, sondern diese als Teil einer neuen Strategie zu begreifen. Zudem wird vermittelt, welche Brückennarrative diese neuen Strategien ermöglichen. Außerdem muss diskutiert werden, welche Ansätze für die Präventionsarbeit sich hieraus ergeben.

In der Fortbildung erweitern die Teilnehmenden ihr Wissen über Strategien, die von extremistischen Gruppierungen gezielt zur Anwerbung genutzt werden. Sie können das Gelernte im Berufsalltag anwenden. Die Teilnehmenden diskutieren zudem Handlungsoptionen für den Berufsalltag.

Inhalt

·   Strategien der neuen Rechten u.a. White Supremacy 3.0

·   Brückennarrative Antisemitismus, Männlichkeitsbilder, Queerfeindlichkeit und Antifeminismus

·   Handlungsoptionen für die Präventionsarbeit (Diskussion)

·   Stärkung: Diversitätsbewusstsein und Haltung