Demokratieförderung und Radikalisierungsprävention mit inhaftierten Menschen
Wir arbeiten aus der Überzeugung heraus, dass Radikalisierungsprävention nur wirksam ist, wenn sie auf Freiwilligkeit, Wertschätzung, Augenhöhe und Vertrauen basiert. Diese Prinzipien prägen unser Handeln – besonders bei Themen, die für Resozialisierung entscheidend sind
In der Justizvollzugsanstalt (JVA) bewegen wir uns in einem Spannungsfeld: Einerseits gibt es den Auftrag zur Resozialisierung, andererseits die Notwendigkeit von Sicherheit und Kontrolle. Als externer, zivilgesellschaftlicher Akteur begegnen wir diesem Spannungsfeld täglich. Durch enge Kooperation zwischen den Menschen und Institutionen „drinnen“ und „draußen“ schaffen wir Räume, in denen Begegnung, Dialog und Veränderung möglich werden. So gelingt es, Brücken zu bauen, Spannungen zu entschärfen und die Grundlage für erfolgreiche Demokratieförderung und wirksame Radikalisierungsprävention zu legen.
Wir sind überzeugt: Zivilgesellschaft in Haftanstalten ist unverzichtbar. Sie trägt dazu bei Momente von Begegnung und Anerkennung in einem Alltag, den viele Inhaftierte als einengend und belastend erfahren, zu schaffen.
Warum Demokratieförderung notwendig ist
Viele Menschen in Haft haben bereits vor ihrer Inhaftierung Erfahrungen mit Ungleichheit und Gewalt gemacht: Armut, Rassismus, Gewalterfahrungen in der Kindheit oder gesellschaftliche und politische Ausgrenzung. Häufig geht dies mit dem Gefühl einher, keinen Einfluss auf das eigene Leben zu haben und nicht gehört zu werden.
Diese Erfahrungen können Radikalisierungsprozesse begünstigen – und überschneiden sich oft mit Faktoren, die auch Straffälligkeit fördern. Die Inhaftierung selbst stellt für die meisten eine tiefgreifende Zäsur dar. In dieser Phase sind Menschen oft besonders empfänglich für extremistische Ideologien. Wenn staatliche Institutionen dann als ausschließlich repressiv wahrgenommen werden, schwindet das Vertrauen in demokratische Strukturen schnell.
Extremistische Gruppen nutzen diese Situation gezielt aus: Sie verstärken Opfererzählungen, propagieren übersteigerte Männlichkeitsbilder und abwertende Haltungen gegenüber anderen Gruppen (z. B. Antifeminismus, Rassismus, Antisemitismus) und bieten populistische oder verschwörungsideologische Erzählungen als scheinbar einfache Antworten auf komplexe Ungerechtigkeiten.
Unsere Ziele
Mit unserer Arbeit schaffen wir geschützte Räume, in denen inhaftierte Menschen ihre Biografie, Identität und gesellschaftliche Themen reflektieren können. Wir verfolgen dabei vier zentrale Ziele:
- Demokratie & Vielfalt fördern
In einem wertschätzenden, partizipativen Umfeld reflektieren die Teilnehmenden ihre Lebensgeschichte und ihre Sichtweisen. Themen wie Diskriminierung, soziale Gerechtigkeit, gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit und Visionen einer gerechten Gesellschaft werden gemeinsam erarbeitet. - Persönliche Entwicklung stärken
Die Teilnehmenden erkennen eigene Stärken und Schwächen, hinterfragen Vorurteile und lernen, Diskriminierung zu benennen und ihr entgegenzutreten. Damit wächst ihre Resilienz gegenüber menschenfeindlichen Ideologien. - Kreative Verarbeitung ermöglichen
Durch künstlerische Ausdrucksformen wie Texte, Theater oder Filme setzen sich die Teilnehmenden intensiv mit für sie relevanten Themen auseinander. Die anonymisierten, professionell bearbeiteten Ergebnisse würdigen ihre Leistung und machen ihre Arbeit sichtbar. - Resilienz aufbauen
Unsere Angebote fördern Selbstreflexion, Ambiguitätstoleranz und die Fähigkeit, mit unterschiedlichen Meinungen und Lebensrealitäten konstruktiv umzugehen – zentrale Kompetenzen für ein Leben in einer demokratischen Gesellschaft nach der Haft.
Unsere Prinzipien
- Freiwilligkeit & Partizipation – Die Teilnahme ist freiwillig. Inhalte, Schwerpunkte und sogar musikalische Begleitung werden gemeinsam festgelegt.
- Transparenz & Vertrauen – Einzelgespräche vor Beginn schaffen eine klare, offene Basis und bauen eine tragfähige Beziehung auf.
- Lebensweltorientierung – Wir knüpfen an die biografischen und sozialen Realitäten der Teilnehmenden an, um Reflexion greifbar zu machen.
So arbeiten wir
Unsere Präventionsarbeit kombiniert Soziale Gruppenarbeit mit Einzelgesprächen:
- Gruppenarbeit
Wöchentliche Sitzungen zu Themen wie Identität, soziale Gerechtigkeit, Demokratie, Diskriminierung und gesellschaftlicher Zusammenhalt.
Methoden: Anti-Bias-Training, Antigewalttraining, Biografiearbeit, Rollenspiele und Theaterpädagogik.
Ziel: Erfahrungsbasiertes soziales Lernen, Förderung von Vertrauen, Kommunikation und Demokratieerfahrung. - Einzelgespräche
Klärung persönlicher Anliegen, individuelle Unterstützung und gezielte Stärkung der Resilienz.
Unserer Gruppenangebote:
Licht & Schatten
Real Talk
Infokasten Soziale Gruppenarbeit
Soziale Gruppenarbeit in der JVA – Demokratieförderung & Radikalisierungsprävention
Grundprinzipien
- Freiwilligkeit & Partizipation
- Wertschätzung, Augenhöhe & Vertrauen
- Lebensweltorientierung – anknüpfen an die Realität der Teilnehmenden
- Transparenz – klare Absprachen & offene Kommunikation
Warum Demokratieförderung in Haft wichtig ist:
- Viele Inhaftierte haben Erfahrungen mit Armut, Diskriminierung und Gewalt gemacht
- Inhaftierung ist eine Zäsur – in dieser Phase steigt die Anfälligkeit für extremistische Ideologien
- Extremistische Gruppen nutzen diese Situation aus und verstärken Opfererzählungen, Männlichkeitsbilder und Feindbilder
Unsere Ziele:
- Demokratie & Vielfalt fördern – Reflexion von Biografie, Diskriminierung und Visionen einer gerechten Gesellschaft
- Persönliche Entwicklung stärken – Vorurteile hinterfragen, Resilienz gegen Ideologien aufbauen
- Kreative Verarbeitung ermöglichen – durch Theater, Texte, Filme, Musik & künstlerische Ausdrucksformen
- Resilienz fördern – Selbstreflexion, Ambiguitätstoleranz, konstruktiver Umgang mit Vielfalt
So arbeiten wir:
- Gruppenarbeit: Wöchentliche Sitzungen zu Identität, Demokratie, Diskriminierung & sozialem Zusammenhalt
- Methoden: Anti-Bias-Training, Antigewalttraining, Biografiearbeit, Rollenspiele, Theaterpädagogik
- Ziel: soziales Lernen, Kommunikation & Demokratieerfahrung
- Methoden: Anti-Bias-Training, Antigewalttraining, Biografiearbeit, Rollenspiele, Theaterpädagogik
- Einzelgespräche: Individuelle Begleitung, Bearbeitung persönlicher Anliegen, Stärkung der Handlungssicherheit
Unsere Gruppenangebote:
- Licht & Schatten
- Real Talk
