Projekt „ZIRa – Zivilgesellschaftliche Impulse für die Radikalisierungsprävention in der Justiz“
Das Projekt ZIRa ist Teil des Programmbereichs „Extremismusprävention in Strafvollzug und Bewährungshilfe“ des Bundesprogramms „Demokratie leben!“. Fördermittelgeber ist das Bundesministerium für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMBFSFJ). Ziel ist die sekundäre Prävention von Radikalisierung in Justizkontexten. ZIRa richtet sich an inhaftierte Menschen im Alter von 14 bis 32 Jahren sowie an Bedienstete der Justiz in Nordrhein-Westfalen. Perspektivisch wird geprüft, wie die Zusammenarbeit mit Gerichten, dem Allgemeinen Sozialen Dienst (ASD) und zivilgesellschaftlichen Trägern im Übergangsmanagement und der Bewährungshilfe ausgebaut werden kann.
Soziale Gruppenarbeit
Junge Inhaftierte, die potenziell empfänglich für extremistische Ideologien sind, nehmen über rund drei Monate an kreativen Formaten wie „Licht & Schatten“, moderiert von Sozialpädagog*innen, teil. Thematisch geht es um Identität, Vorurteile, Diskriminierung, gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit und soziale Gerechtigkeit. Die Gruppenarbeit soll in den Justizvollzugsanstalten fortlaufend etabliert werden; ergänzend können Einzelgespräche angeboten werden.
Bildungsarbeit
Die Bildungsarbeit ist multiprofessionell ausgerichtet und behandelt Extremismusprävention, Diskriminierungserfahrungen und Zusammenleben in der Migrationsgesellschaft. Fortbildungen für Bedienstete der Justiz sind interaktiv, partizipativ und praxisnah. Ergänzend werden Workshops für Inhaftierte angeboten, die die pädagogische Arbeit in den JVAen unterstützen.
Beide Projektteile bieten die Fortbildung „Train the Trainer“ für Bedienstete der Justiz in NRW an.
Träger: IFAK e. V.
IFAK e. V. verfügt über mehr als 40 Jahre Erfahrung in interkultureller Arbeit, Jugendhilfe, Bildungsarbeit und Migrationsarbeit. Das multikulturelle Team spricht über 20 Sprachen, zwei Drittel der Mitarbeitenden haben selbst einen Migrationshintergrund. Die Tätigkeitsfelder reichen von Kindertagesstätten, Jugendzentren und offenen Ganztagsschulen bis zu Familienzentren, Bildungswerken, Seniorenbüros, Streetwork und Flüchtlingsarbeit.
Die Erfahrung in der Prävention, insbesondere im Bereich religiöse Radikalisierung, bildet die Grundlage für die Umsetzung von ZIRa. Weitere Projekte sind u. a. Beratungsnetzwerk Grenzgänger, Wegweiser Bochum und Herne, Wegweiser Gelsenkirchen, DeGeWa. IFAK e. V. ist zudem Teil des Kooperationsverbunds KN:IX connect zur Förderung von Islamismusprävention und Demokratieförderung.
Kooperations- und Netzwerkpartner
ZIRa arbeitet eng mit folgenden Partnern zusammen:
- Bundesministerium für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMBFSFJ)
- Justizministerium des Landes Nordrhein-Westfalen
- Fachbereich Radikalisierungsprävention im Justizvollzug NRW
- KoViA – Kompetenzzentrum für Vielfalt und Antidiskriminierung der Justiz Nordrhein-Westfalen
- Bedienstete der JVA in NRW, Mitarbeiter*innen der Bewährungs*hilfe, Mitarbeiter*innen der Jugendhilfe und andere Fachkräfte der Radikalisierungsprävention und Deradikalisierung
- AG Strafvollzug und Bewährungshilfe
- Beratungsnetzwerk Grenzgänger
- Bundesarbeitsgemeinschaft Religiös begründeter Extremismus (BAG RelEx)
Die Kooperationen sichern fachliche Expertise, Vernetzung und nachhaltige Präventionsarbeit in Nordrhein-Westfalen.
